Radschutzstreifen

Das Vorhaben Lückenschluss Lebacher Straße wurde als eine der Radverkehrs- Maßnahmen im Verkehrs­entwicklungs­plan (VEP) der Landeshauptstadt Saarbrücken (LHS) be­schlos­sen.

Radweg in der Lebacher Straße - LHS

Radweg in der Lebacher Straße - LHS

Radweg in der Lebacher Straße - LHS

Radschutzstreifen in der Lebacher Straße im Verlauf der Radhaupt­verbindung zwischen Riegelsberg und Saarbrücken Innenstadt - eine Zwischenbilanz

Das Vorhaben Lückenschluss Lebacher Straße wurde als eine der Radverkehrs- Maßnahmen im Verkehrs­entwicklungs­plan (VEP) der Landeshauptstadt Saarbrücken (LHS) be­schlos­sen.

Netzfunktion

Die Rad­haupt­verbindung verbindet die Gemeinde Riegels­berg und die Saarbrücker Stadtteile Rastpfuhl und Oberes Malstatt mit dem Haupt­bahnhof und der Haupteinkaufsstraße in Saarbrücken. Auch der an der Saar rechts­seitige verlaufende Leinpfad wird als Rad­komfortroute über den Bürgerpark für die o.g. Stadt­teile erreichbar.

Am südlichen Ende der Lebacher Straße setzt sich die Radhauptverbindung in einer Tempo-30-Zone über die Pfarrer-Bungarten-Straße und Klausener Straße fort, über welche die Innenstadt und die Radkomfortroute angebunden sind.

Die Lebacher Straße ist Einkaufs­straße für den Stadt­teil und wird demnach auch von dem stadtteil­internen Zielverkehr benötigt. Die Radhaupt­route be­steht, von Norden kommend, außerhalb der Ortslage aus einem straßen­begleiten­den Geh- und Radweg bis zur Stadt­grenze Saar­brückens. Hier ging der Radweg bislang in der Leb­acher Straße in eine Fahr­bahnführung ohne Rad­ver­kehrs­infra­struktur über. Es bestand eine Lücke von etwa 1.500 Metern.

Maßnahme

Die Lebacher Straße ist als direkte Fortsetzung der Bundesautobahn A1 eine der Haupt­einfallstraßen mit einem Aufkommen von - je nach Straßenabschnitt etwa 15.000 bis 27.000 Kraftfahrzeuge pro Tag. Der Schwerverkehrs­anteil beträgt etwa 7 Prozent.

Durch das Markieren von Rad­schutzstreifen wurde ein Infra­struktur­angebot für Rad­fahrende geschaffen und die Lücke geschlossen. Die Radschutzstreifen sind zusam­men mit dem Sicher­heits­trennstreifen 1,75 Meter breit. An einzelnen Eng­stellen, wo Fuß­gänger­wartebereiche oder die Kfz-Spuraufteilung das Markieren von Schutzstreifen nicht zugelassen hat, wurden Rad-Pikto­gramm­ketten aufgetragen. Unterstützend wurde die Höchst­geschwindig­keit auf 30 km/h reduziert. Die Signalprogramme mit „Grüner Welle“ wurden an die geänderte, zulässige Höchstgeschwindigkeit ange­passt.

Dort, wo es keine baulich angelegten Parkbuchten gibt, wurden die Gehwege mit Pollern gegen das Falschparken abgesichert. Damit wird das halb­seitige Gehweg­parken von Kfz unter Mitnutzung des Radschutzstreifens und das Parken auf den Gehwegen unterbunden. Dieses Parkverhalten führte in der Ver­gangen­heit zu gefährlichen Situationen, da Radfahrende gezwungen sind, nach rechts in den Kfz-Fahr­weg auszuweichen oder in eine bedrohlich enge Lücke zwischen parkenden und überholenden Kfz geraten können.

Eine bauliche Engstelle für den Radverkehr wurde durch das Versetzen von Bordsteinen beseitigt und die Fahrbahn ausreichend verbreitert.

Ergebnis

Der Radverkehr fährt abgesichert durch die Rad­schutzstreifen im Mischverkehr auf der Fahrbahn mit.

Mit der Maßnahme wird der Charakter der Straße hin zu einer stadtteilbezogenen Wohn- und Ein­kaufs­straße entwickelt, weg vom Charakter eines Auto­bahn­zubringers bzw. einer Kfz-Einfallstraße.Die beson­dere Situation für die Radverkehrsführung in der Lebacher Straße ergibt sich durch die beiden eigenständig geführten Kfz-Richtungs­fahrbahnen. Die Saar­bahntrasse verläuft in Mittel­lage der Straße und trennt die Kfz-Fahr­bahnen. Damit ist es für Kraft­fahr­zeuge, die Rad­fahrende überholen, nicht möglich, die Gegen­fahr­bahn mitzubenutzen. Nur dort, wo sich die Kfz-Fahrspuren in Abbiege­spuren auf­weiten, besteht die Möglichkeit, Rad­fahrende mit dem vor­geschrie­benen Sicherheits­abstand zu überholen.

Mit der Markierung der Radschutzstreifen fahren die Kfz, um die Breite der Schutzstreifen versetzt, weiter weg von den Gehwegen und damit den Fußgängern.

Die Nutzung des Fahrrades und auch das Zufuß­gehen innerhalb des Stadtteils wurde durch die Mar­kierung der Radschutzstreifen attraktiver. Auch der Verkehrslärm wurde reduziert, und die Ver­bindung für den Schwer­lastverkehr unattrak­tiver gemacht. Die Minderung des Verkehrslärms am Tag um bis zu 2,3 dB(A) und nachts um bis zu 1,8 dB(A) als auch des Maximalpegels um 1,5-7,0 dB(A) wurde in einer Vorher-/Nachheruntersuchung nachgewiesen.

Mit der Maßnahme wird ein Beitrag zur Steiger­ung der Nutzung des Fahrrades gegen­über dem Kfz entsprechend den Zielvorgaben des VEP Saarbrücken geleistet. Die derzeitige Nutzung des motorisierten Individualverkehrs in der LHS beträgt 44 Prozent bei Distanzen von eins bis zwei km und 53 Prozent bei Distanzen von zwei bis fünf Kilometern. Der Radverkehrs­anteil soll gemäß VEP zu Lasten der Nutzung des Kfz bis 2030 insgesamt auf 10 bis 12 Prozent steigen.

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